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biene69
Beobachter

Dabei seit: 14.08.2007
Beiträge: 7
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12.08.2008 20:26 |
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NicoS
Super Moderator
   
Dabei seit: 17.12.2008
Beiträge: 800
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Eigenartig - manche Erlebnisse und Erfahrungen fallen einem erst auf Stichwort wieder ein, obwohl das Folgende mich quasi jahrelang begleitet hat:
Ich wohne in einer Gegend mit dichter Bebauung in einer relativ schmalen Straße, und zwar im 4. Stock. Ich kann also gar nicht anders: Wenn ich aus dem Fenster sehe, fällt mein Blick auf die Fenster des gegenüberliegenden Hauses, vor allem in den 2. und 3. Stock. Hinzuzufügen wäre noch, dass in dieser Gegend Gardinen eher unüblich sind.
Nun lebte im Haus genau gegenüber im 2. Stock lange Zeit ein Mann von wahrlich ausufernder exhibitionistischer Neigung. Als ich einzog, hatte er eine Freundin, und auch wenn das Schlafzimmer nach hinten geht, so konnte ich die beiden doch mehrfach in Küche oder Arbeitszimmer "in voller Aktion" oder zumindest beim heißen Vorspiel beobachten.
Die Freundin war irgendwann leider verschwunden, und mit der Zeit gewöhnte sich mein Nachbar ein sehr spezielles Morgenritual an: Er pflegte sich - direkt unter dem Küchenfenster - beim Frühstück, wo er meist nackt saß, fast täglich einen runterzuholen. Dem Anschein nach hatte er auch immer eine entsprechend anregende "Lektüre" auf dem Tisch liegen; ich nehme nicht an, dass bunte Heftchen dort eine Bastelanleitung für Ikebana-Gestecke war. Mit der Zeit, vor allem wenn im Sommer die Morgensonne so richtig schön auf die Hausfront schien, kam es dann auch vor, dass er sich zu seinem Handwerk direkt in die Sonne drehte.
Das Ganze ging buchstäblich viele Jahre lang, und ich erinnere mich, dass der Anblick irgendwann so alltäglich war wie jedes beliebige andere Geschehen in der Nachbarschaft. Erregt hatte es mich von Anfang an nicht, und irgendwann war es regelrecht langweilig.
Dann tauchte wieder eine Frau in der Wohnung auf, und die beiden waren auch einige Male zusammen in der Küche zugange. Allerdings schien die Frau gegenüber möglichen Beobachtern weniger gleichgültig, und viel zu sehen gab es nicht mehr. Schließlich wurde sie schwanger, und kurz darauf sind die beiden ausgezogen.
Nico S.
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Wenn wir es recht überdenken,
so stecken wir doch alle nackt in unseren Kleidern.
Heinrich Heine
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17.02.2009 14:11 |
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